ANDREAS MÖLZER
Abgeordneter zum Europaparlament

Nachhaltige Entwicklung der europäischen Aquakultur



Rede von Andreas Mölzer im Plenum vom 17. Juni 2010 zur nachhaltigen Entwicklung der europäischen Aquakultur (A7-0150/2010)

Frau Präsidentin!

Die Rettung der Fischbestände soll also durch Aquakulturen erfolgen – wenn man es glaubt. Wenn man bedenkt, dass das Futter vielfach aus vorher gefangenen Fischen besteht und oftmals die Larven aus Wildbeständen entnommen werden, dann kann man sich ganz im Gegenteil nicht des Eindrucks erwehren, dass der Druck auf freilebende Fischbestände dadurch noch gesteigert werden könnte. Nimmt man hinzu, dass Futterreste, Fäkalien und die zur Fischzucht eingesetzten Antibiotika die Gewässer massiv belasten, wird deutlich, dass Aquakulturen nur bei klaren Vorgaben wirklich eine umweltschonende Alternative sein können.

Maritime Massentierhaltung und Kulturfischzucht dürfen weder die heimischen Lebewesen verdrängen, noch darf es sein, dass zwar ausländische Investoren hohe Gewinne erzielen, die jeweiligen Bewohner der betroffenen Region jedoch ihre Lebensgrundlage verlieren. Weltweit hängen ja gut 170 Millionen Arbeitsplätze mit der Fischereiindustrie zusammen, das wissen wir. Somalia sollte uns ein warnendes Beispiel sein. Dort hat die Überfischung den Bewohnern in weiten Bereichen die Lebensgrundlage geraubt und sie in Piraterie getrieben. Das ist nichts, was wir anstreben sollten.

 

 

EU-Parlaments-Homepage bestätigt:
Andreas Mölzer ist der fleißigste österreichische EU-Parlamentarier
7. Legislaturperiode (ab 14. Juli 2009)
Stand: 8. Juni 2010
Quelle: europarl.europa.eu



Siehe auch:
Leistungsbilanz von Andreas Mölzer
Anfragenstatistik
Statistik der parl. Erklärungen