ANDREAS MÖLZER
Abgeordneter zum Europaparlament

Dienstag, 20. Juli 2010 11:48 Alter: 49 days

Seit bald neun Jahren werden in Afghanistan europäische Ressourcen vergeudet

EU-Staaten sollten vor 2014 vom Hindukusch abziehen – Wollen USA Afghanistan die Demokratie bringen oder die Bodenschätze ausbeuten?

Für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die an der Seite der USA am Krieg in Afghanistan teilnehmen, müsse es darum gehen, ihre Truppen aus diesem Land so rasch wie möglich abzuziehen, sagte der freiheitliche Delegationsleiter im Europäischen Parlament, Andreas Mölzer, zur heute in Kabul stattfindenden internationalen Afghanistan-Konferenz. „Dieser Krieg dauert nun schon bald neun Jahre, und eine Verbesserung der Sicherheitslage ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil, die islamistischen Taliban erstarken, weshalb die Gefahr besteht, daß Europa in Afghanistan seine Ressourcen vergeudet, die es an anderen Brennpunkten, etwa auf dem Balkan, dringend braucht. Daher sollte der Abzug vor 2014 erfolgen“, erklärte Mölzer.

Insgesamt sei somit nicht erkennbar, so der freiheitliche EU-Mandatar, welche europäischen Interessen am Hindukusch eigentlich verteidigt werden sollen. „Genauso wenig dürfte es darum gehen, wie die USA behaupten, in Afghanistan eine Demokratie nach westlichem Vorbild aufzubauen. Vielmehr dürften handfeste wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen, zumal die ‚New York Times’ vor rund einem Monat berichtet hatte, daß unter der afghanischen Erde Bodenschätze im Wert von rund einer Billion US-Dollar schlummern sollen. Und damit US-amerikanische Konzerne diese ungestört ausbeuten können, soll Europa offenbar Hilfsdienste für Washington leisten“, betonte Mölzer, der auch Mitglied des außenpolitischen Ausschusses des Europäischen Parlaments ist.

Außerdem wies der freiheitliche Europa-Abgeordnete darauf hin, daß es für die Europäische Union in Afghanistan auch um ihre Glaubwürdigkeit gehe. „Auf der einen Seite werden unermüdlich die sogenannten europäischen Werte gepredigt, und auf der anderen Seite läßt sich Brüssel vor den Karren der USA spannen, die ihre Hegemonie über Asien ausbauen wollen. Weitaus glaubwürdiger wäre aber, wenn die EU für das Selbstbestimmungsrecht des afghanischen Volkes einträte“, schloß Mölzer.

WebBlog von Andreas Mölzer

EU-Parlaments-Homepage bestätigt:
Andreas Mölzer ist der fleißigste österreichische EU-Parlamentarier

Zur Redestatistik
Zur Anfragenstatistik
Zur Statistik der parl. Erklärungen


Auch die unabhängige Internetseite MEPranking.eu bestätigt die äußerst hohe parlamentarische Aktivität von MdEP Andreas Mölzer

Für den Inhalt verantwortlich
Andreas Mölzer MdEP, fraktionsloses Mitglied des Europäischen Parlaments

Haftungserklärung
Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Verfasser und geben nicht unbedingt den offiziellen Standpunkt des Europäischen Parlaments wieder.