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Niederlage an Seite der USA würde außenpolitische Handlungsfähigkeit der EU schwächen – Bisherige Aufbauhilfen blieben ohne nennenswerte Erfolge
Die europäischen Staaten dürfen sich nicht stärker im US-Krieg in Afghanistan engagieren, sondern müssen nach einer Auswegstrategie suchen, sagte der freiheitliche Delegationsleiter im Europäischen, Andreas Mölzer, zur heute in London stattfindenden internationalen Afghanistan-Konferenz. „Daß dieser Krieg nicht zu gewinnen ist, sagen immer mehr Experten, zuletzt der deutsche Altkanzler Helmut Schmidt. Und warum sollten ausgerechnet USA und NATO siegen, wo doch im 19. Jahrhundert die Briten und in den 1980er Jahren die Sowjetunion eine demütigende Niederlage einstecken mußten?“, gab Mölzer, der auch Mitglied des außenpolitischen Ausschusses des EU-Parlaments ist, zu bedenken.
Außerdem wies der freiheitliche EU-Mandatar darauf hin, daß der 2001 begonnene Afghanistan-Krieg schon länger dauere als der Erste und der Zweite Weltkrieg. „Und ein erfolgreiches Ende ist nicht in Sicht. Wenn sich Europa am Hindukusch verzettelt, dann wird das katastrophale Auswirkungen auf die außen- und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit der EU haben. Wenn Europa aus falsch verstandener transatlantischer Solidarität heraus gemeinsam mit den USA in Afghanistan in die sich abzeichnende Niederlage geht, dann wird es nicht nur zur internationalen Lachnummer werden, sondern es werden auch Ressourcen verschwendet, die anderswo abgehen. Am Balkan etwa für Ordnung und Sicherheit zu sorgen ist im Interesse Europas, nicht aber Kriege in Zentralasien zu führen“, betonte Mölzer.
Schließlich äußerte der freiheitliche Europa-Abgeordnete erhebliche Zweifel, ob es der internationalen Gemeinschaft gelingen werde, Afghanistan in einen auch nur halbwegs funktionierenden Staat zu verwandeln. „Fast im Jahresrhythmus finden internationale Afghanistan-Konferenzen statt, bei denen die EU oder die Mitgliedstaaten das Scheckbuch zücken und als Superzahlmeister auftreten. Gebracht hat diese Großzügigkeit auf Kosten der Steuerzahler jedoch wenig, weil Afghanistan nach wie vor ein von Korruption geplagtes Land ist, in dem nicht die Zentralregierung in Kabul, sondern verschiedene Klanführer oder Kriegsherren das Sagen haben“, schloß Mölzer.
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Für den Inhalt verantwortlich
Andreas Mölzer MdEP, fraktionsloses Mitglied des Europäischen Parlaments
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